Das Spektrum der abwartenden bis ablehnenden Reaktionen auf die Anforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems reichen von "Auch das noch...", über "Haben wir doch alles..." bis "Was sollen wir denn noch alles machen...".
Allein der Begriff Qualitätsmanagement, der Bezug auf eine Norm und hinzu die spezielle Fachsprache in der Norm geben das Gefühl, dass jede Individualität und Effektivität bei der täglichen Arbeit durch ein übergestülptes, starres Qualtätsmangementsystem verloren gehen.
Qualitätsmangement sollte jedoch als ein ziel- und erfolgsorientierter Managementansatz verstanden und genutzt werden, der durchaus praxisbezogen ist und damit Lösungen zulässt, die von unternehmensspezifischen Belangen und Zielen geprägt sind.
QM zielt auf größtmögliche Qualität auf allen Ebenen einer Organisation und hat das Augenmerk, wie oft fälschlicher Weise verstanden, nicht allein auf einer systematischen Fehlerverhütung oder Prozesskontrolle. Verbesserte Kommunikationsstrukturen, verstärkte Mitarbeiterorientierung sowie die Erhöhung der Kundenzufriedenheit sind ebenfalls zentrale Themen.
Ein Qualitätsmanagement-System ist aber nur dann von Nutzen, wenn es nicht nur eine kurzfristige, zertifizierungsorientierte Aktivität ist.
Ein QM-System, das einer Einrichtung einzig und allein zur Erfüllung von Kundenforderungen unter Zeitdruck aufgezwungen wurde, wird nach kurzer Zeit lediglich dokumentarischen Wert besitzen. Eine Einrichtung, die ihr QM-System nicht lebt, wird also "in den alten Trott" zurückfallen und so wenig Nutzen aus dem eingeführten System ziehen können.
Für ein "lebendiges" QM sind vor allem die Akzeptanz der Leitung sowie eine entsprechende Aufklärung und Einführung aller Mitarbeiter in den Umgang mit dem QM wichtig.